Mit rund 80 Delegierten aus den Betrieben der Region hat die IG Metall auf ihrer Delegiertenversammlung intensiv über die Vorbereitung der kommenden Tarifrunde im September beraten. Im Mittelpunkt standen mögliche Forderungen beim Entgelt, ein Mitgliederbonus sowie Instrumente zur Sicherung von Beschäftigung.
Die Diskussion zeigte ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Lage in den Betrieben der Regionen. Etwa die Hälfte der Unternehmen verzeichnet weiterhin eine gute, bis sehr gute und normale wirtschaftliche Entwicklung mit stabilen Auftragslagen und Gewinnerwartungen. Gleichzeitig stehen andere Betriebe noch unter erheblichem Druck durch schwache Nachfrage, Transformation und strukturelle Veränderungen.
„Diese unterschiedlichen Realitäten müssen sich auch in der Tarifpolitik widerspiegeln“, betonten mehrere Delegierte. Klar sei jedoch: Wo Unternehmen gute Ergebnisse erzielen, müssen auch die Beschäftigten daran beteiligt werden. Gerade in wirtschaftlich starken Betrieben erwarten die Beschäftigten spürbare Verbesserungen beim Entgelt.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Beratungen war ein möglicher Mitgliederbonus. Viele Delegierte sprachen sich dafür aus, die Mitgliedschaft in der IG Metall stärker sichtbar zu machen und die Rolle der Gewerkschaft für gute Tarifabschlüsse hervorzuheben.
Gleichzeitig spielte das Thema Beschäftigungssicherung eine zentrale Rolle. In Betrieben mit schwieriger wirtschaftlicher Lage brauchen Beschäftigte verlässliche tarifliche Instrumente, um Arbeitsplätze zu sichern und Perspektiven in der Transformation zu schaffen.
„Tarifpolitik muss beides können: Gute Einkommen sichern und Arbeitsplätze schützen“, fasste die Versammlungsleitung die Diskussion zusammen. Die Delegierten werden die Debatte in den kommenden Monaten in die Betriebe tragen, um gemeinsam mit den Mitgliedern die richtige Forderung für die Tarifrunde im Herbst zu entwickeln.
Die IG Metall setzt dabei auf eine breite Beteiligung der Beschäftigten. Eines ist jedoch klar: Die Stärke der Tarifrunde hängt von der Unterstützung der IG Metall Mitglieder in den Betrieben ab.
Ein weiteres zentrales Thema der Delegierten war zudem die zunehmend angespannte weltpolitische Lage, die sich auch auf die Auftragslage in den Betrieben auswirkt. Die Stimmung in den Betrieben ist mehr und mehr von Verunsicherung bis hin zu Angst geprägt. Die Kriege – allen voran der seit drei Jahren geführte russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie die eskalierenden Spannungen rund um den Iran – treiben Preise, gefährden Lieferketten und setzen Arbeitsplätze unter Druck. Hierzu tragen im Besonderen geführte Handels- und Zollkriege bei. Was viele täglich spüren: Die Welt ist unsicherer geworden.
Für die Delegierten ist deshalb auch klar: Ohne Frieden gibt es keine nachhaltig sichere Zukunft für Standorte und deren Beschäftigte.
Die IG Metall ruft daher gemeinsam mit dem DGB zur Teilnahme am Ostermarsch am 4. April 2026 um 14.30 Uhr, Kurgarten in Alpirsbach auf. Gemeinsam wird dort ein Zeichen gesetzt – für Frieden, Abrüstung und eine Welt, in der neben der Gefährdung von Arbeitsplätzen vor allem die Leben der Menschen in den Kriegsgebieten endlich sicher sein müssen.
„Tarifpolitik und Friedenspolitik gehören zusammen: Gute Arbeit braucht sichere Perspektiven – und die gibt es nur in einer friedlichen Welt“, so das Fazit der Versammlung.